„Baden-Baden ist auch in Honduras ein Begriff“

BNN/Acher-Bühler-Bote, 11. März 2019

Baden-Baden ist ein Begriff – (fast) überall. Auch im Kaffeeanbaugebiet Marcala im Süden Honduras? Die Farmer René und Dimas beantworten diese Frage mit einem „Sí’“ – klar haben sie von der Stadt im fernen Deutschland gehört. Schließlich wird dort Kaffee aus ihrer Produktion ausgeschenkt – im „Kaffeesack“ in der Hirschstraße. Dessen Röster Thorsten Heizmann hat die Plantagen der beiden Kaffeebauern besucht und aus erster Hand jede Menge von der Pflanze bis zur Aufbereitung erfahren. Von den Eindrücken berichtet er nun auch gerne der Kundschaft in der Stadt an der Oos.

Große Sache für kleinen Betrieb
Für einen verhältnismäßig kleinen Betrieb wie den „Kaffeesack“ war diese Reise eine „große Sache“, findet Heizmann und seine Kollegin Anna Huber pflichtet ihm bei. Seit fünf Jahren besteht die Brewbar, die sich auf höchsten Kaffeegenuss spezialisiert und damit etabliert hat. Den Feinschliff erhält der importierte Rohkaffee durch Heizmann in der „Kaffeesack“-Rösterei, die in der Villa Erlenbad in Obersasbach ansässig ist, und letztendlich durch die Art der Zubereitung in der Bar.

Man bekommt ein Gefühl dafür, was die Natur uns gegeben hat
In Sachen Kaffee hat der Röster aus Achern durch seine Ausbildung und Tätigkeit großes Fachwissen. Die Erinnerung an die Begegnungen in Honduras bringen ihn dennoch immer wieder aufs Neue ins Schwärmen: „Man bekommt ein Gefühl dafür, was da beim Anbau alles dahintersteckt – und dafür, was die Natur uns gegeben hat!“

Von der Mentalität der auf der Farm tätigen Menschen ist Heizmann sehr angetan. „Da ist man mit dem zufrieden, was man hat.“ Der Röster erzählt von einer Herzlichkeit, die er erfahren habe, von „glücklichen Menschen“ – und einer nun anderen Sichtweise auf das Leben in Baden-Baden: „Wir leben hier im Luxus!“ Den Kontakt nach Honduras hatte Heizmann über eine befreundete Kaffeeexpertin aus Stuttgart bekommen.

Ganz anderer Bezug zum Produkt
Für die beiden Farmer in Honduras ist der „Kaffeesack“ zwar nur ein kleiner Abnehmer, aber den direkten Kontakt zu Lieferanten will das junge Team aus der Kurstadt ausbauen. „Da bekommt man einen ganz anderen Bezug zum Produkt“, stellt der Röster heraus. Denkbar seien ähnliche Beziehungen zu Kaffeebauern in Guatemala oder Äthiopien, um bei den Kunden in Baden-Baden und bei Gastronomen, die ihren Kaffee vom „Kaffeesack“ beziehen, das Bewusstsein für das Produkt weiter zu entwickeln.

Kaffeebauer betreiben hohen Aufwand
Von dem kennen wir hierzulande vor allem die gerösteten Bohnen oder die gemahlene Form. Zwei Böhnchen stecken in einer Kaffeekirsche. Bis das Produkt nach der Ernte als Rohkaffee importiert und hier weiter verarbeitet wird, ist von den Kaffeebauern ein hoher Aufwand zu betreiben. „Das dauert fast ein halbes Jahr“, erzählt KSC-Fan Heizmann von den unterschiedlichen Prozessen.

Beim Rösten wird der individuelle Charakter des Kaffees betont
Beim Rösten kann er den individuellen Charakter des Kaffees betonen. Welche Nuancen letztendlich ankommen, entscheidet der Kunde. „Das ist Geschmackssache“, betonen Huber und Heizmann. Auf eine bestimmte Zubereitungsart wie mit dem Vollautomaten oder dem Handfilter wollen sich die beiden nicht festlegen: „Jede hat seine Berechtigung!“

Schnelles Getränk oder Genussmittel?
Man müsse halt wissen, was man wolle: „Ein schnelles Getränk oder ein Genussmittel?“ Ob mit Milch und/oder Zucker, oder ohne, das müsse ebenfalls jeder für sich entscheiden. Wichtig sei dabei nur eins: „Der Kaffee muss schmecken!“ Aus Kaffee kann sogar Tee werden: Kaffeekirschentee – auch ein Geschmackserlebnis. Dafür wird die Haut der Kaffeekirschen getrocknet. Mit viel Koffein ist dieser Tee übrigens auch ein Muntermacher.

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